Goethe: Bäume leuchtend..

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Bäume leuchtend, Bäume blendend,
Überall das Süße spendend,
In dem Glanze sich bewegend,
Alt und junges Herz erregend –
Solch ein Fest ist uns bescheret,
Mancher Gaben Schmuck verehret;
Staunend schaun wir auf und nieder,
Hin und her und immer wieder.

Johann Wolfgang von Goethe

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Ein kurzer Klassiker zum Fest, der eine kleine Hommage an die Weihnachtsbäume darstellt, ohne die wir uns Weihnachten nicht mehr vorstellen können und wollen. Dabei muss es nicht immer ein echter Weihnachtsbaum sein. Wenn der Kauf zu mühselig ist, tut es auch ein wunderhübscher künstlicher. Der nadelt nicht und muss nicht entsorgt werden. Dafür gibt es jedes Jahr neue Trends an Weihnachtsbäumen. Ganz in Weiß kommt der künstliche Weihnachtsbaum jedenfalls nie aus der Mode, viele junge Frauen mögen diesen Look sehr gerne.

Den Klassiker in Grün kann man sich jedes Jahr wieder anders schmücken und das macht auch besonders viel Spaß. Man sollte hier auch mal etwas Neues wagen, das bedeutet zum Beispiel nur Kugeln in zwei verschiedenen Farben wählen. Das ergibt ganz besonders edle Effekt. Nehmen Sie drei Farben, wird es schon etwas zu karnevalsmäßig. Dann entscheiden Sie sich lieber für den ganz bunten Baum. Holen Sie sich Inspiration von den großen Verkaufshäusern. Hier setzt man immer auf einzelne Farben und bleibt selten ganz bunt. Deswegen wirkt auch eine Plastik-Deko so schick und edel. Probieren Sie es aus!


Die weiße Tanne, super edel und schick.

Der Klassiker, ganz dicht gefüllt und super schön zu schmücken.

Der fertig geschmückte Baum mit blauen fedrigen Elementen.

Dieser Baum lässt es schneien! Eine witzige orginelle Idee, wenn Sie der Schirm darunter nicht stört.

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Joseph Eichendorff: Weihnachten

Weihnachten

Markt und Straßen stehn verlassen,
Still erleuchtet jedes Haus,
Sinnend geh‘ ich durch die Gassen,
Alles sieht so festlich aus.

An den Fenstern haben Frauen
Buntes Spielzeug fromm geschmückt,
Tausend Kindlein stehn und schauen,
Sind so wunderstill beglückt.

Und ich wandre aus den Mauern
Bis hinaus ins weite Feld,
Hehres Glänzen, heil’ges Schauern!
Wie so weit und still die Welt!

Sterne hoch die Kreise schlingen,
Aus des Schnees Einsamkeit
Steigt’s wie wunderbares Singen –
O du gnadenreiche Zeit!

Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff

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Stille und Romantik strahlt dieses Gedicht von Eichendorff aus. Dafür kennen und lieben wir ihn.

Sie lieben eine solche romantische Stimmung? Das ist ein beleuchtetes Weihnachtsbild. Die Bilder werden mit LEDs beleuchtet und kosten nicht viel. 7-31 €.

Das erinnert Sie an was? Tatsächlich an Bildschirmschoner und Hintergrundbilder. Dieses hier können Sie aber an die Wand hängen und haben immer etwas davon. Es zaubert im Nu romantische, stille Weihnachtsstimmung in Ihre Wohnung.

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Gottfried Keller: Weihnachtsmarkt

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Weihnachtsmarkt

Welch lustiger Wald um das hohe Schloß
hat sich zusammengefunden,
Ein grünes bewegliches Nadelgehölz,
Von keiner Wurzel gebunden!

Anstatt der warmen Sonne scheint
Das Rauschgold durch die Wipfel;
Hier backt man Kuchen, dort brät man Wurst,
Das Räuchlein zieht um die Gipfel.

Es ist ein fröhliches Leben im Wald,
Das Volk erfüllet die Räume;
Die nie mit Tränen ein Reis gepflanzt,
Die fällen am frohsten die Bäume.

Der eine kauft ein bescheidnes Gewächs
Zu überreichen Geschenken,
Der andre einen gewaltigen Strauch,
Drei Nüsse daran zu henken.

Dort feilscht um ein winziges Kieferlein
Ein Weib mit scharfen Waffen;
Der dünne Silberling soll zugleich
Den Baum und die Früchte verschaffen.

Mit rosiger Nase schleppt der Lakai
Die schwere Tanne von hinnen;
Das Zöfchen trägt ein Leiterchen nach,
Zu ersteigen die grünen Zinnen.

Und kommt die Nacht, so singt der Wald
Und wiegt sich im Gaslichtscheine;
Bang führt die ärmste Mutter ihr Kind
Vorüber am Zauberhaine.

Einst sah ich einen Weihnachtsbaum:
Im düsteren Bergesbanne
Stand reifbezuckert auf dem Grat
die alte Wettertanne.

Und zwischen den Ästen waren schön
Die Sterne aufgegangen;
Am untersten Ast sah man entsetzt
Die alte Wendel hangen.

Hell schien der Mond ihr ins Gesicht,
Das festlich still verkläret;
Weil auf der Welt sie nichts besaß,
Hatt‘ sie sich selbst bescheret.

Gottfried Keller

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Weihnachtsmärkte sind eine deutsche Tradition. In anderen Ländern sucht man sie vergebens. Es ist sogar so schlimm, dass sich andere Länder deutsche Weihnachtsbuden ausleihen, um ein bisschen von der gemütlichen Stimmung zu haben. Es sind fast nur noch die Schweiz und Österreich, die ebenfalls auf diese Tradition bauen und zahlreiche Touristen anziehen.
Dabei liebt fast jeder Weihnachtsmärkte, aus aller Welt kommen die Leute um Würstchen und Glühwein zu genießen und um besonders schönes Handwerk einzukaufen.

Wer die Romantik von Weihnachtsmärkten auch im eigenen Haus genießen will, der kann sich eine kleine Winterlandschaft mit einigen Weihnachtsbuden als Miniaturwelt bauen. Das ist kein Witz! Im Zuge der Eisenbahnleidenschaft gibt es natürlich auch kleine Figürchen und Büdchen zum Thema Weihnachten. Auch ganze Lichterdörfer, fertige Szenarien könnt ihr kaufen. Das erfreut nicht nur kleine Kinder, die staunend davor stehen, es macht auch vielen Erwachsenen Freude. Warum eigentlich? Der Blick auf die Miniaturwelt beruhigt enorm das Gemüt. Es ist derselbe Effekt wie bei den sogenannten Wuselspielen am PC. Allein der Blick von oben auf eine Landschaft, auf kleine  Figuren ist enorm erholsam und entschleunigend! Probiert es mal aus und fang mit einem kleinen Räucherhäuschen an!

Joseph Eichendorff: Die Flucht der heiligen Familie

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Die Flucht der heiligen Familie

Länger fallen schon die Schatten,
durch die kühle Abendluft,
waldwärts über stille Matten
schreitet Joseph von der Kluft.

Führt den Esel treu am Zügel;
linde Lüfte fächeln kaum,
’sind der Engel eise Flügel,
die das Kindlein sieht im Traum.

Und Maria schauet nieder
auf das Kind voll Lust und Leid,
singt im Herzen Wiegenlieder
in der stillen Einsamkeit.

Die Johanneswürmchen kreisen,
emsig leuchtend übern Weg,
wollen der Mutter Gottes weisen
durch die Wildnis jeden Steg.

Und durchs Gras geht süßes Schaudern,
streift es ihres Mantels Saum;
Bächlein auch läßt jetzt sein Plaudern,
und die Wälder flüstern kaum,
daß sie nicht die Flucht verraten.

Und das Kindlein hob die Hand,
da sie ihm so Liebes taten,
segnete das stille Land,
daß die Erd’ mit Blumen, Bäumen
fernerhin in Ewigkeit
nächtlich muß vom Himmel träumen –
o gebenedeite Zeit!

Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff

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Die Flucht der Heiligen Familie. Ein schönes Gedicht, das zum Nachdenken anregt. Viele vergleichen es mit den Flüchtenden der heutigen Zeit. So richtig passt dieser Vergleich nicht, aber in einigen Punkten schon. Aber auch in anderen Punkten können wir uns mit Maria und Joseph sehr gut identifizieren.

Haben wir nicht alle schon mal erlebt, dass uns die Türen vor der Nase zugeschlagen wurden, wenn wir Hilfe brauchten? Oft ist es gar nicht so, dass wir um etwas betteln oder bitten. Oft sind es die leisen Zeichen von Not, die unsere Mitmenschen schroff zurückweisen.
Bis heute ist es so, dass man Menschen nicht helfen will, wenn sie es am nötigsten brauchen, sondern lieber denen gibt, denen es eh schon gut gibt.

Man erfreut sich an denen, die in Reichtum und Glück leben, man möchte etwas von ihrem Glück abhaben und so beschenkt man sie noch mehr. Man beschenkt sie tatsächlich mit Gütern, aber auch mit Zuwendung, Aufmerksamkeit und vor allem mit Zeit!
Zeit wird gerne für die Menschen investiert, von denen man sich Vorteile erhofft. Andere, denen es nicht gut geht und die Zuwendung bräuchten, weist man schroff zurück. Wie oft begründet man dies noch mit Aussagen wie „Jeder ist seines Glückes eigener Schmied“ und schiebt im Stillen oder im Lauten, den Menschen, die eher vom Pech verfolgt sind, selbst die Schuld zu.
Maria und Joseph waren solche Menschen. Sie waren arm, hatten nichts zu bieten und brauchten ein Dach über dem Kopf. Maria war hochschwanger, doch die Wirtsleute sahen in ihr nichts als eine Bettlerin, die an ihrem Schicksal selbst schuld war.

So kam das Jesuskind in einem ärmlichen Stall zur Welt und nicht in einem sauberen, gut eingerichteten Wirtshaus, die es damals natürlich auch schon gab.

Man wollte den armen Leuten Maria und Joseph nichts geben und man sah in ihnen auch nichts Besonderes. Kommt Ihnen das bekannt vor? Auch heute unterschätzen wir unsere Mitmenschen, verkennen ihr Potential und ihren Wert.

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August Hoffman von Fallersleben: O schöne, herrliche Weihnachtszeit

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O schöne, herrliche Weihnachtszeit,
was bringst du Lust und Fröhlichkeit!
Wenn der heilige Christ in jedem Haus
teilt seine lieben Gaben aus.
Und ist das Häuschen noch so klein,
so kommt der heilige Christ hinein,
und alle sind ihm lieb wie die Seinen,
die Armen und die Reichen,
die Großen und die Kleinen.
Der heilige Christ an alle denkt,
ein jedes wird von ihm beschenkt.
Drum lasset uns freu’n und dankbar sein!
Es denkt auch unser, mein und dein.

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

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Warum feiern wir überhaupt Weihnachten? Viele wissen es tatsächlich nicht mehr oder sie verdrängen es sogar, weil sie das ganze Jahr über mit Christus und dem christlichen Glauben allgemein nichts am Hut haben. Komisch, an Weihnachten möchte man dann aber doch gerne in die Kirche, man weiß nicht so recht warum. In der heutigen Zeit denken wir oft, wir bräuchten den Glauben nicht mehr und auch die Kirche nicht.

Zu sehr hat sie uns enttäuscht. Mit Priestern, die kleine Kinder missbrauchen oder solchen, die einfach nur homosexuell sind und so ihre Neigungen unerkannt ausleben. Wir können die schwarzen Schafe nicht von den weißen unterscheiden. Oft vergessen wir bei unseren Negativ-Urteilen, dass es nicht nur die katholische Kirche gibt. Wer sich dem christlichen Glauben nahe fühlt, kann auch in die evangelische Kirche gehen. Hier geht es weniger streng und orthodox zu und hier haben auch viele Frauen das Sagen. Bevor Sie sich ganz von der Kirche abwenden, sollten sie überlegen, ob sie nicht einfach wechseln könnten.

 

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August von Fallersleben: Vom Honigkuchenmann

 

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Vom Honigkuchenmann

Keine Puppe will ich haben –
Puppen gehn mich gar nichts an.
Was erfreu’n mich kann und laben
Ist ein Honigkuchenmann.
So ein Mann mit Leib und Kleid
durch und durch an Süßigkeit.

Stattlicher als eine Puppe
Sieht ein Honigkerl sich an,
Eine ganze Puppengruppe
Mich nicht so erfreuen kann.
Aber seh ich recht dich an,
Dauerst du mich, lieber Mann.

Denn du bist zum Tod erkoren –
Bin ich dir auch noch so gut,
Ob du hast ein Bein verloren.
Ob das andre weh dir tut:
Armer Honigkuchenmann,
Hilft dir nicht, du mußt doch ran.

(August Heinrich Hoffmann von Fallersleben)
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Der Hoingkuchenmann, das ist der Lebkuchen, der bis heute ganz fest zur Weihnachtszeit gehört. Auch wenn es die meisten von uns furchtbar nervt, wenn die Supermärkte Ende August schon damit anfangen, die Lebkuchen in die Regale zu sortieren, so gibt es doch sehr viele Menschen, die kaum darauf warten können, das traditionelle Gebäck zu essen.

Und es ist sogar gesund! Gesünder als viele andere Leckereien, denn es enthält die traditionellen Weihnachtsgewürze: Zimt, Kardamom, Anis, Koriander und viele mehr. Das sind oft Gewürze, die wir das ganze Jahr über nicht essen, nur an Weihnachten. Dabei haben sie eine äußerst wohltuende Wirkung auf unseren Organimus. Sie enthalten ätherische Öle, die die Organe anregen, Bakterien fern halten und uns fit machen. Mit ihnen sind wir in der Erkältungszeit gut gewappnet.

Lebkuchen kann man auch selber backen. So schwierig ist dies gar nicht. Der Teig besteht oft in erster Linie aus Honig und Mehl. Ebenso sollte man Lebkuchen auch mal von den örtlichen Bäckereien kaufen, denn diese schmecken oft sogar besser, als die Ware aus dem Supermarkt. Zu den gesunden Gewürzen kommen oft kleine Nuss-Stücke, die ebenfalls sehr wichtig für unsere Gesundheit sind. Nüsse sollten wir in der Weihnachtszeit ruhig häufig essen. Sie enthalten wichtige Fettsäuren und versorgen den Körper mit Mineralstoffen. Eine kleine Nuss ist schließlich der Samen für einen ganzen Nussbaum oder Nusstrauch!

Die Walnuss ist geformt wie unser Gehirn. Haben Sie das schon einmal bemerkt? Das ist mehr als ein witziger Gag der Natur. Essen Sie täglich eine kleine Handvoll davon und Ihr Gehirn profitiert im Alter davon.

 


Bildrecht Buch: Amazon.de

Theodor Storm: Weihnachten, mir ist das Herz…

Weihna

lumpi / Pixabay. Weihnachtsschmuck kann aus den einfachsten Mitteln hergestellt werden.

 

Weihnachten

Mir ist das Herz so froh erschrocken,
das ist die liebe Weihnachtszeit!
Ich höre fern her Kirchenglocken
mich lieblich heimatlich verlocken
in märchenstille Herrlichkeit.

Ein frommer Zauber hält mich wieder,
anbetend, staunend muß ich stehn;
es sinkt auf meine Augenlider
ein goldner Kindertraum hernieder,
ich fühl’s, ein Wunder ist geschehn.

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Weihnachten ist das Fest der Kinder und auch wir Erwachsene erinnern uns an unser kindliches Gemüt an Weihnachten. Das Fest zieht auch die hartgesottensten Gesellen in den Bann. Bei uns kommt noch hinzu, dass es an Weihnachten Winter ist und die dunkle Jahreszeit wird durch den Lichterglanz des Festes erhellt. Prunk, Glitzer und Pomp passen einfach perfekt, wenn es draußen dunkel und kalt ist. Wie gut, dass der weihnachtliche Prunk gar nicht teuer ist und sein muss! Christbaumkugeln leuchten mit den Kinderaugen um die Wette. Sie glitzern und strahlen, ohne dass sie wie ein Diamant sündhaft teuer sind. An Weihnachten kann man auch mit kleinen Mitteln für Glanz und Gloria sorgen! Wer sich nichts kaufen will oder kann, der wird einfach selber tätig und bastelt sich aus Papier wunderschöne Sterne. Für Licht und eine tolle Stimmung sorgen Kerzen.
Die Faszination von Weihnachten hängt auch damit zusammen, dass man nun einmal im Jahr wirklich kitschig, romantisch und melancholisch oder sensibel sein darf. Kleine Engelfiguren, Sterne in allen Variationen, Tannenschmuck ob echt oder künstlich – die meisten Menschen schmücken heute sehr üppig ihr zuhause. Und das Geschäft mit der Weihnachtsdeko boomt jedes Jahr aufs Neue. Man kann sich einzelne neue Stücke auch leisten, denn sie kosten nicht die Welt, schmücken aber effektvoll die Wohnung.

Und wie war das noch? Eines der ersten Schmuckstücke an Weihnachten war der Strohstern! Dieser steht für das Stroh in der Krippe. Wussten sie das? Das Christuskind und seine armen Eltern hatten ja nichts, außer Stroh. Symbolisch für ihre Armut steht bis heute der Strohschmuck zu Weihnachten. Und er hat sich fest etabliert und sieht, künstlerisch gemacht auch wundervoll aus.

Theodor Storm: Weihnachtsabend

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Weihnachtsabend

Die fremde Stadt durchschritt ich sorgenvoll,
der Kinder denkend, die ich ließ zu Haus.
Weihnachten war’s, durch alle Gassen scholl
der Kinder Jubel und des Markts Gebraus.

Und wie der Menschenstrom mich fortgespült,
drang mir ein heiser Stimmlein in das Ohr:
„Kauft, lieber Herr!“ Ein magres Händchen hielt
feilbietend mir ein ärmlich Spielzeug vor.

Ich schrak empor, und beim Laternenschein
sah ich ein blasses Kinderangesicht;
wes Alters und Geschlechts es mochte sein,
erkannt ich im Vorübergehen nicht.

Nur von dem Treppenstein, darauf es saß,
noch immer hört ich, mühsam, wie es schien:
„Kauft, lieber Herr!“ den Ruf ohn Unterlaß;
doch hat wohl keiner ihm Gehör verliehn.

Und ich? War’s Ungeschick, war es die Scham,
am Weg zu handeln mit dem Bettelkind?
Eh’ meine Hand zu meiner Börse kam,
verscholl das Stimmlein hinter mir im Wind.

Doch als ich endlich war mit mir allein,
erfaßte mich die Angst im Herzen so,
als säß’ mein eigen Kind auf jenem Stein
und schrie nach Brot, indessen ich entfloh.

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Ein Gedicht, das so aktuell ist wie eh un jeh. Gibt es nicht immer Menschen, die in Not sind und kaum genug Geld haben, um sich zu ernähren? Wir sollten die Armen nicht vergessen, wenn wir an Weihnachten Geschenke für Nahestehende kaufen. Leider ist es aber heute gar nicht so einfach (oder war es das jeh?) die wirklich Armen von den Schmarotzern zu unterscheiden. Schmarotzer? Gibt es sie wirklich. Wass für ein böses Wort, denken Sie vielleicht. Doch es gibt sie tatsächlich. Man trifft sie leider oft dort an, wo spendenwillige, gutmütige Menschen unterwegs sind.
Beispielsweise in FB-Gruppen, in denen es um Spenden für hilfsbedürfte Menschen geht. Oft sind dies alleinerziehende Frauen mit kleinen Kindern. Eine dieser Gruppen, die mit hehren Zielen gestartet ist, heißt „Hilf du mir, helf ich dir“. Hier können Menschen in finanzieller Not einen kleinen Hilferuf starten und um Sachspenden bitten. Das Prinzip der Gruppe ist es, nicht umsonst zu spenden, sondern die Aufrufenden sollen auch eine kleine Gegenleistung erbringen. Das kann Kuchenbacken, Babysitten etc. sein. Das geht natürlich nur, wenn der Spender auch vor Ort wohnt.
Diese Gruppe hat sich mit der Zeit prächtigst entwickelt und auch wenn sie nur für den Raum Stuttgart gedacht war, hat sie sich deutschlandweit verbreitet. Allerdings haben die Admins mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen. Es gibt immer wieder solche Mitglieder, die zwar um Hilfe bitten, dann aber nicht Danke sagen wollen oder können und zu den Spendern schroff und abweisend sind.
Auch gibt es solche Fälle, bei denen die angeblich Hilfsbedürftigen sich nach der Gabe durch fremden Menschen erst einmal was Schönes gönnen: Ein teures Abendessen, ein Wellness-Wochenende und ähnliches. All dies ist schon vorgekommen! Die Schmarotzer und man muss sie dann doch so nennen, denken auch nicht weiter und posten ihre Vergnügungstouren in ihrem Fb-Profil, was die Spender dann natürlich sehen.
Leider, leider und nochmals leider ist es heutzutage oft so, dass Menschen, die in Geldnöten sind, auch nicht unbedingt gut mit Geld umgehen können. So wird selbstverständlich das teure Nagelstudio gezahlt und ein Tattoo für mehrere Hundert Euro gestochen, aber dann fehlt das Geld um die Kleine neu einzukleiden! Wer aktuell kein Geld hat, hat es oft vorher verprasst.
Das ist nicht die allgemeine Regel und es sollte euch nicht vom Spenden abhalten, aber schaut genau hin, wenn ihr in solchen Gruppen anderen Menschen etwas spenden wollt. Leider sind die wirklich Notleidenden diejenigen, die den meisten Schaden von den Schmarotzern haben.
Die gutwilligen Spender sind nämlich sehr verletzt und fühlen sich gedemütigt, wenn sie erfahren, dass die vermeintliche Familie in Not, sich einfach zu viel gönnt, was gar nicht notwendig ist. Dann fällt es schwer, wieder jemandem zu glauben und erneut zu spenden.
Schaut euch also um und  spendet den richtigen Leuten! Denkt vor allem an die Kinder, denn die können nichts dafür, egal ob ihre Eltern ehrlich sind oder nicht.

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Theodor Storm: Knecht Ruprecht

Das festliche Jahr img398 (Ruprecht)

 

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Ruprecht: Habt guten Abend, alt und jung
bin allen wohl bekannt genung.

Von drauß vom Walde komm ich her;
ich muß Euch sagen es weihnachtet sehr!
Allüberall auf den Tannenspitzen
sah ich goldene Lichtlein sitzen;
und droben aus dem Himmelstor
sah mit großen Augen das Christkind hervor.
Und wie ich so strolcht durch den finsteren Tann,
da rief’s mich mit heller Stimme an:

Knecht Ruprecht, rief es alter Gesell,
hebe die Beine und spute dich schnell!
Die Kerzen fangen zu brennen an,
das Himmelstor ist aufgetan,
Alt und Junge sollen nun
von der Jagd des Lebens einmal ruhn;
und morgen flieg ich hinab zur Erden,
denn es soll wieder weihnachten werden!
So geh denn rasch von Haus zu Haus.
such mir die guten Kinder aus,
damit ich ihrer mag gedenken
mit schönen Sachen sie mag beschenken.
Ich sprach: O lieber Herre Christ,
Meine Reise fast zu Ende ist.
Ich soll nur noch in diese Stadt,
Wo’s eitel gute Kinder hat.
Hast denn das Säcklein auch bei dir?
Ich sprach: Das Säcklein, das ist hier,
Denn Äpfel, Nuß und Mandelkern
eßen fromme Kinder gern.
Hast denn die Rute auch bei dir?
Ich sprach: die Rute die ist hier.
Doch für die Kinder, nur die schlechten,
die trifft sie auf den Teil, den rechten.
Christkindlein sprach: So ist es recht.
So geh mit Gott, mein treuer Knecht!
Von drauß, vom Walde komm ich her,
Ich muß euch sagen es weihnachtet sehr!
Nun sprecht wie ich’s hierinnen find:
sind’s gute Kind, sind’s böse Kind?
Vater: Die Kindlein sind wohl alle gut,
haben nur mitunter was trotzigen Mut.
Ruprecht: Ei, ei, für trotzgen Kindermut
ist meine lang Rute gut!
Heißt es bei Euch denn nicht mitunter:
Nieder den Kopf und die Hosen herunter?
Vater: Wie einer sündigt so wird er gestraft;
die Kindlein sind schon alle brav.
Ruprecht: Stecken sie die Nas auch tüchtig ins Buch,
lesen und schreiben und rechnen genug?
Vater: Sie lernen mit ihrer kleinen Kraft,
wir hoffen zu Gott, daß es endlich schafft.
Ruprecht: Beten sie denn nach altem Brauch
im Bett Ihr Abendsprüchlein auch?
Vater: Neulich hört ich im Kämmerlein
eine kleine Stimme sprechen allein;
und als ich an die Tür getreten,
für alle Lieben hört ich sie beten.
Ruprecht: So nehmet denn Christkindleins Gruß,
Kuchen und Äpfel, Äpfel und Nuß;
probiert einmal von seinen Gaben
morgen sollt ihr was beßeres haben.
Dann kommt mit seinem Kerzenschein
Christkindlein selber zu euch herein.
Heut hält es noch am Himmel Wacht;
nun schlafet sanft, habt gute Nacht.

(Theodor Storm)

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Knecht Ruprecht, Knecht Ruprecht…. Viele Generationen von Kindern wurden von dieser Gestalt geängstigt. Ihnen wurde oft wirklich eingeredet, wenn sie nicht artig und brav sind, werden sie in den Sach des alten Raubeines gesteckt und mitgenommen. Die Drohung mit Knecht Ruprecht war eben ein gutes Druckmittel.
Heute verbinden wir mit ihm vor allem seine Gaben.

Knecht Ruprecht war der Gehilfe des Nikolaus. Dieser erscheint in vielen Teilen Deutschland am 6. Dezember und  bringt den Kindern kleine Geschenke, was sich früher durchaus nur auf Nüsse und Äpfel beschränkte.

Im Mittelalter kannte jeder den Knecht Ruprecht als Figur. Er wurde aber oft auch mit dem Teufel gleichgesetzt. Es gibt verschiedene Versionen und Legenden, wie diese Figur einzuordnen ist. In jedem Fall ist er der Gegenspieler zum guten Nikolaus, der die braven Kinder belohnt.
Er erinnert auch an die winterlichen Umzugsgestalten in der Epiphanie. In jedem Fall gelten alle Figuren als Kinderschreck. Er diente den Eltern zur Erziehung ihrer Kinder zur Frömmigkeit. Er trägt immer einen Sack oder Korb mit sich, um die unartigen Kinder darin mitzunehmen.

Seine Figur ist eh zwiespältig angelegt, wie auch dieses Gedicht zeigt. In manchen Gegenden bestrafte und beschenkte er gleichermaßen. Auch hier deutet sich an, dass er alleine unterwegs ist und den Kindern Geschenke bringt und nicht nur mit der Rute kommt.

Knecht Ruprecht ist wie sein Name schon sagt, ein armer Geselle und nicht prunkvoll gekleidet. Er trägt eher eine Kutte ist bärtig und hat eine Rute oder einens Stock bei sich. Er bringt auch keine großartigen Geschenke, neben Nüssen können es auch Schokolade und Lebkuchen sein.

Er hat auch verschiedene Bezeichnungen bekommen. Im Frankenland ist aus dem Knecht Ruprecht der Pelzmärtel geworden, der am 11.11. statt des Nikolauses am 6.12. kommt. Er ist im Grunde eine Mischung aus Knecht Ruprecht und Nikolaus, da er auch rot gekleidet erscheint und sowohl streng, als auch gutmütig ist.

 

 

Vielleicht mögen Sie Ihre Kinder mit selbstgebrannten Nüssen zum Nikolaus oder Pelzmärtel beglücken? Daüfür brauchen Sie nur eine Pfanne, Zucker, Wasser und Nüsse.

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Rezept Gebrannte Nüsse/Mandeln:

    • 200 g Nüsse, Mandeln, Walnüsse oder andere, gewogen mit Schale
    • 100 ml Wasser
    • 125 g Zucker + 1 P Vanillezucker
    • 1 Tl Zimt

Nehmen Sie eine ältere Pfanne, denn der gebrannte Zucker beschädigt leicht die Oberfläche. Geben Sie nun alle Zutaten, außer den Nüssen in die Pfanne.
Lassen Sie alles aufkochen, der Zucker löst sich auf. Das Wasser sprudelt dann ein wenig.

Dann geben Sie die Nüsse hinzu. Und nun müssen Sie aufpassen!
Die Nüsse kochen nur im Wasser-Zuckergemisch bis das Wasser verdampft ist.

Dann bleiben nur die Zuckerkrümel übrig, die sich um die Nüsse legen.

Jetzt kann sich aus dem Zucker Karamell bilden. Das geht je nach Hitze sehr schnell. Deshalb müssen Sie achtgeben. Am besten Sie machen alles bei mittlerer Hitze.

Wenn die Nüsse karamellisiert sind, nehmen Sie einzeln mit zwei Kochlöffeln heraus und breiten Sie auf einem Backpapier aus.
Nehmen Sie dazu nie die Finger, denn das Gemisch ist sehr, sehr heiß! Lassen Sie auch lieber nicht Kinder mitmachen. Es ist zu gefährlich. Sie können aber zugucken.

 

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August Wilhelm Schlegel: Die drei Heiligen Könige

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Aus fernen Landen kommen wir gezogen;
Nach Weisheit strebten wir seit langen Jahren,
Doch wandern wir in unsern Silberhaaren.
Ein schöner Stern ist vor uns hergeflogen.

 

Nun steht er winkend still am Himmelsbogen:
Den Fürsten Juda’s muss dies Haus bewahren.
Was hast du, kleines Bethlehem, erfahren?
Dir ist der Herr vor allen hochgewogen.

 

Holdselig Kind, lass auf den Knie’n dich grüßen!
Womit die Sonne unsre Heimat segnet,
Das bringen wir, obschon geringe Gaben.

 

Gold, Weihrauch, Myrrhen, liegen dir zu Füßen;
Die Weisheit ist uns sichtbarlich begegnet,
Willst du uns nur mit Einem Blicke laben.

 

(August Wilhelm Schlegel)

 

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Die drei Heiligen Könige gehören zum Weihnachtsfest ganz fest dazu. Sie bringen dem Christkind und seinen armen Eltern etwas Luxus. Haben Sie gewusst, damit auch unser Brauch, sich an Weihnachten reich zu beschenken, zusammenhängt? Ganz klar, wir imitieren damit die drei Könige ab, die etwas von ihrem Reichtum abgegeben haben. Auch deshalb wird der Weihnachtsbaum prunkvoll und glitzernd geschmückt.

Der Stern, der die Heiligen Drei Könige ganz sicher nach Bethlehem geführt hat, gehört auch fest zu den Weihnachtssymbolen. Sterne selbst zu basteln lohnt sich und fordert das eigene Geschick heraus. Gerade vor Weihnachten beruhigt das Basteln die Sinne und stimmt nicht nur auf das große Fest ein, sondern es tut auch gestressten Gemütern gut. Nicht immer wird das Weihnachtsfest selbst schön. Oft gibt es Streit, Konflikte oder es passiert sonst etwas Unerwartetes. Genießen Sie daher so gut es geht, schon die Adventsszeit und gönnen Sie sich ein paar Mußestunden.

 

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